Die Schlucht, die kein Hindernis ist

Der 23. Dezember ist der Tag, an dem Tanja Anna Gräff 30 Jahre jung geworden wäre, gäbe es nicht die Gewißheit, daß sie nicht mehr unter uns weilt.

Fast volle acht Jahre war Tanja Gräff spurlos verschwunden, als mehr zufällig ihre sterblichen Überreste gefunden wurden und damit die Hoffnung aufkeimte, daß ihr Schicksal aus der Nacht vom 6. zum 7. Juni 2007 endlich restlos aufgeklärt wird. Das scheint allerdings immer noch in weiter Ferne zu liegen, wenngleich allerdings auch davon ausgegangen werden muß, daß die Ermittler nicht alles, was sie wissen (oder eben auch nicht), in die Öffentlichkeit tragen können, denn mögliche Täter lesen garantiert mit.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, daß immer noch eine Vielzahl interessierter Menschen davon ausgeht, daß Tanja Gräff vom Roten Felsen in die Schlucht gestürzt ist. Und das, obwohl von der Bonner Straße aus ganz bequem und ohne überhaupt aufzufallen/von der Straße aus gesehen zu werden fast bis zum Auffindeort von Tanjas sterblichen Überresten mit dem Auto gefahren werden kann. Zugegeben: Ein auswärtiger möglicher Täter dürfte da nur zufällig drauf kommen, womit dieser Weg im Grunde nur von jemandem benutzt wurde, der sich dort auch auskennt. Und das dürften so etliche Studentinnen und Studenten sein.

Seitens der Ermittlungsbehörden wurde gerade nach dem Auffinden von Tanja Gräff immer wieder beteuert, daß das Gelände hinter dem Haus Bonner Straße 74 nicht gezielt abgesucht werden konnte, da der Bewuchs - insbesondere dichte Brombeeren - dieses undurchdringlich machte, was immer das auch in unserer hoch technisierten Welt bedeuten mag. Nie wurde erwähnt, daß überhaupt ein Versuch unternommen wurde, zum einen über den Steg am Haus 74 oder über den direkten Weg über Haus 80. Stattdessen galt bis dahin: „Wir haben jeden Stein rund um die FH umgedreht“.

Auffällig ist auch die Aussage der Ermittler, zwischen den beiden Häusern liege eine tiefe, fast unüberwindbare Schlucht, die jetzt nur überquert werden konnte, weil dort gefällte Bäume rübergelegt wurden. Was auch wieder nur die halbe Wahrheit ist, denn das Technische Hilfswerk (THW), Ortsverband Trier, hat genau über diese gefährlich tiefe Schlucht einen Steg gebaut, der kaum größer ist, als die Überbrückung eines Weidegrabens. Die Bilder sprechen für sich und zeigen auch sehr deutlich, wie einfach es ist, sehr nah an den Auffindeort heranzufahren. Es darf dabei auch nicht vergessen werden, daß mögliche Täter eine Menge Zeit hatten, denn Tanja wurde erst gegen Mittag in Korlingen zurückerwartet.

Die heutigen Ermittler täten gut daran, die Situation von unten einmal genauer zu betrachten. Dort gibt es auch eine Menge Möglichkeiten, eine Leiche zwischenzulagern, bis die größte Aufregung vorbei ist. Möglicherweise sollte dort einmal intensiv nach Spuren von Tanja gesucht werden, denn es gibt einige Verletzungsmöglichkeiten, die an einem Skelett keine Spuren hinterlassen und dennoch tödlich sind...

© Fotos auf dieser Seite

  Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Trier

 Im Internet

Bilder vom Stegbau durch das THW

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